Hochwasser im Kahlgrund – Schöllkrippen mit einem blauen Auge davongekommen

Als am Donnerstagnachmittag, 04.05.2017 die ersten Regentropfen fielen, ahnte wohl niemand, welches Ausmaß die Folgen haben würden. Auch Schöllkrippen und seinen Ortsteilen waren einige Bereiche vom Hochwasser betroffen, allerdings bei Weitem in geringerem Ausmaß als in Krombach oder Mömbris.

In der Waagstraße waren einige Keller überflutet, ebenso in der Hauptstraße in Schneppenbach und einigen Anwesen in Hofstädten. Das Wasser hatte sich seinen Weg von den Hügeln herab in die Orte gesucht, zeitweise waren weder Schneppenbach noch Schöllkrippen für den Straßenverkehr passierbar, ebenso war die Verbindung nach Krombach einige Zeit unterbrochen.

Am Donnerstag lag das Hauptaugenmerk der eingesetzten Kräfte darauf, Gebäude zu schützen und Sandsackbarrieren zu bauen oder Abflüsse wieder frei zu machen, soweit es möglich war. Sobald die Pegelstände wieder abgenommen hatten, wurden Keller leer gepumpt und Anwesen von Schlamm befreit. Bis in die späten Abendstunden hinein legten sich die Einsatzkräfte ins Zeug, um die schlimmsten Verunreinigungen und Überschwemmungen zu beseitigen.

In der Abschnittsführungsstelle wurden zeitgleich rund 100 Einsätze im oberen Kahlgrund koordiniert und zu Spitzenzeiten mehrere Hundert Feuerwehrleute ihren Einsatzgebieten zugewiesen.

Für Freitag waren zunächst nur das Abarbeiten vereinzelter Einsatzstellen und das Reinigen der Ausrüstung geplant, aber es sollte anders kommen: Durch einen Gemeindemitarbeiter wurde darauf hingewiesen, dass sich auf einer Wiese oberhalb des Bahnhofareals ein riesiger See gebildet habe und der darunter liegende Ablauf, der die Wiesen entwässern sollte, verstopft sei. Nach erster Erkundung der Lage wurde errechnet, dass mehrere Millionen Liter Wasser abzupumpen sind und der künstlich aufgeschüttete Damm die Wassermassen unter Umständen nicht zurückhalten kann und zu brechen droht. Unterstützt durch die Feuerwehren aus Schneppenbach, Hofstädten und Kleinkahl wurden mehrere Pumpen in Stellung gebracht und über insgesamt rund 800m Schlauchstrecke in einen Bachlauf unterhalb des Dammes gepumpt. Nach rund 30 Stunden und rund 12,7 Mio. Liter abgepumptes Schmutzwasser war der See trockengelegt und der Ablauf durch Bagger wieder freigegraben.

Während es außerhalb des Feuerwehrhauses nun wieder „normal“ aussieht, stehen in den nächsten Tagen noch viele Reinigungsarbeiten an, insbesondere erinnern die Kleidungsstücke eher an Grubenarbeiter als an Feuerwehrleute.

Wir möchten uns an dieser Stelle auch für die Unterstützung aus der Ortsbevölkerung bedanken, die ihre Hilfe angeboten und an einigen Stellen kräftig mit angepackt oder anderweitige Unterstützung geleistet hat. Danke an den örtlichen Bauhof für die hervorragende Zusammenarbeit und danke an die Landkreisfeuerwehren die im Marktgebiet unterwegs waren und uns unterstützt haben. 

[ah]


Einsatzart Technische Hilfeleistung
Alarmierung Funkmeldeempfänger Sirene
Einsatzstart 4. Mai 2017 15:00
Mannschaftstärke 31
Einsatzdauer 41:00
Fahrzeuge Löschgruppenfahrzeug
Mehrzweckfahrzeug
Gerätewagen Nachschub
Gerätewagen Nachschub - UNIMOG
Stapler
Alarmierte Einheiten Abschnittsführungsstelle Schöllkripen
Feuerwehr Schneppenbach
Feuerwehr Hofstädten
Diverse weitere Landkreisfeuerwehren, Stadtlöschzüge, Löschzüge Lkr. Miltenberg, THW Miltenberg-Obernburg