Zwei Verletzte bei Wohnungsbrand in Schöllkrippen

Am Montag, dem 18. April 2016, wurden um 15.26 Uhr die Feuerwehren aus Schöllkrippen, Schneppenbach, Hofstädten sowie Kleinkahl zu einem Wohnungsbrand mit Personen in Gefahr alarmiert. Der Einsatzort befand sich mitten in Schöllkrippen, im zweiten Obergeschoss einer Bank.

Beim Eintreffen des ersten Einsatzfahrzeugs hatten die Bewohner und die Angestellten des Geldinstituts das Gebäude bereits verlassen können, so dass sich die Arbeit der Feuerwehr auf die Brandbekämpfung konzentrieren konnte. Einsatzleiter und stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Markt Schöllkrippen Florian Eckerth entsandte nach Erkundung der Lage einen Trupp unter schwerem Atemschutz in die betroffene Wohnung. Der Brand in der Küche konnte schnell gelöscht werden. Allerdings waren sowohl das Treppenhaus wie auch das Dachgeschoss verraucht und mussten mittels eines Überdrucklüfters entraucht werden. Zwei Hausbewohner wurden vom Rettungsdienst vor Ort mit dem Verdacht auf Rauchvergiftung untersucht.

Der Schöllkrippener stellvertretende Kommandant Florian Eckerth konnte auf 32 Einsatzkräfte und acht Einsatzfahrzeuge zurückgreifen. Von Seiten des Rettungsdienstes wurden zwei Rettungswagen, zwei Notärzte und der Einsatzleiter Rettungsdienst eingesetzt. Auch zwei Streifen der Polizei machten sich ebenfalls ein Bild der Lage.

Über die Schwere der Verletzungen, die Brandursache und den entstanden Sachschaden kann seitens der Feuerwehr keine Aussage gemacht werden. Einsatzende war gegen 16:30 Uhr.

[ah]


Pressemeldung der Polizei Unterfranken - erschienen im Main-Echo am 19.04.2016

Passant bemerkt Brand, rettet Bewohnerin und löscht Feuer

Beherzter Einsatz

In der Laudenbacher Straße in Schöllkrippen hat ein aufmerksamer Autofahrer vollen Einsatz gezeigt. Er hatte von der Straße aus Qualm aus einer Wohnung gesehen, stoppte, klingelte die Bewohnerin heraus und rette sie damit. Danach schnappte sich der Mann den Feuerlöscher im Treppenhaus und löschte den Küchenbrand.

Passant bemerkt Brand, rettet die Bewohnerin und löscht das Feuer

Schöllkrippen, Lkrs. Aschaffenburg. Am Montagnachmittag gegen 15.20 Uhr bemerkte ein Autofahrer in der Laudenbacher Straße, dass es aus einem Fenster im 2.Stock eines Gebäudes stark qualmt. Sofort hielt der 42-jährige an, rannte in das Anwesen, klingelte die 17-jährige Bewohnerin heraus und löschte mittels eines im Treppenhaus hängenden Feuerlöschers den Brand in der Küche.

Die kurz danach eintreffende Feuerwehr musste nur noch Nachlöscharbeiten durchführen und das Anwesen belüften. Retter und Gerettete erlitten jeweils eine leichte Rausgasintoxikation, konnten aber nach einer Untersuchung durch den Rettungsdienst noch vor Ort wieder entlassen werden.

Wie die polizeilichen Ermittlungen ergaben, hatte sich die Jugendliche in der Küche auf dem Herd etwas warm gemacht, dann einen Teller befüllt und die Küche verlassen.

Den Topf auf dem immer noch eingeschalteten Herd hatte sie stehen lassen und prompt vergessen. Irgendwann kam es dann zum Ausbruch des Brandes, der sich jedoch Dank der geschlossenen Zimmertüre auf die Küche beschränkte. Der Sachschaden dürfte sich dennoch deutlich im vierstelligen Bereich bewegen.

Originalmeldung der Polizei Alzenau


Arikel im MainEcho vom 20.04.2016

Wohnungsbrand: Wie ein Heinrichsthaler eine junge Frau rettete

Viele Schaulustige, aber nur ein Notruf

Ein Mann, der zufällig vorbei kam, hat am Montagnachmittag in Schöllkrippen offenbar eine Katastrophe verhindert. Auch zwei Sparkassen-Mitarbeiter halfen. Wie, haben wir für euch recherchiert.

Soll­te et­wa nur der Pro­fi die Ge­fahr er­kannt ha­ben? Ein Flug­ha­fen­po­li­zist, der ge­ra­de mit sei­ner Fa­mi­lie ein­kau­fen war, hat mit sei­ner Re­ak­ti­on am Mon­ta­gnach­mit­tag in Schöllkrip­pen of­fen­bar ei­ne Ka­tastro­phe ver­hin­dert: Ob­wohl sich im An­ge­sicht ei­ner bren­nen­den Woh­nung schon Schau­lus­ti­ge auf der Lau­den­ba­cher Stra­ße ver­sam­melt hatten, alar­mier­te erst der Grenz­beam­te die Feu­er­wehr.

Mehr noch: Dem 42-jährigen Holger Körper aus Heinrichsthal, der gegen 15.20 Uhr im Vorbeifahren entdeckt hatte, dass Rauch aus einem Fenster im zweiten Stock des Schöllkrippener Sparkassengebäudes stieg, dürfte es zu verdanken sein, dass eine 17-Jährige ihre Wohnung »nur« mit einer leichten Rauchvergiftung verlassen konnte.

Wie auch aus dem Bericht der Alzenauer Polizei hervorgeht, stoppte Holger Körper sein Auto, rannte in das Haus und klingelte die junge Frau heraus - die nach Einschätzung ihres Retters noch gar nicht mitbekommen hatte, dass ihre Küche brannte.

Sparkassen-Mitarbeiter helfen

In der Zwischenzeit waren zwei Mitarbeiter der Sparkasse - im Schalterraum hatte Holger Körper zuerst Alarm geschlagen - mit zwei bankeigenen Feuerlöschern herbeigeeilt. Einen der Löscher schnappte sich Holger Körper und ging in die Küche, wo die Schränke über dem Herd in Flammen standen. Einer der Bankmitarbeiter klingelte derweil einen Nachbarn heraus. Ein weiterer, der zuvor noch geistesgegenwärtig den Strom abgestellt hatte, blieb an der Tür stehen. »Damit wir reagieren können«, berichtet der Sparkassen-Mann: »Es hätte ja sein können, dass der Mann mit dem Feuerlöscher nicht mehr rauskommt. Es hat mächtig gequalmt.«

Es ging alles gut: Bundespolizist Holger Körper aus Heinrichsthal, der am Frankfurter Flughafen Dienst tut, bewies berufsbedingte Coolness und löschte den Brand weitgehend. Er zog sich dabei eine leichte Rauchvergiftung zu. Die Feuerwehr, so heißt es im Polizeibericht, habe nur noch »Nachlöscharbeiten« durchführen müssen. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass die Jugendliche, die allein zu Hause war, einen Topf auf dem eingeschalteten Herd stehen gelassen hatte. Der Schaden liege dennoch »im deutlich im vierstelligen Bereich«.

Pechschwarze Rauchschwade

Der Bericht der Feuerwehr, die mit immerhin acht Fahrzeugen und 32 Kräften aus Schöllkrippen, Schneppenbach, Hofstädten und Kleinkahl anrückte, dokumentiert, wie brenzlig die Situation war: Nur unter schwerem Atemschutz sei man in die Wohnung vorgerückt. Treppenhaus und Dachgeschoss seien stark verraucht gewesen. Und Holger Körper sagt: »Ich habe die Küche eigentlich noch locker löschen können. Aber fünf Minuten später hätte alles schon ganz anders aussehen können.« Und genau deswegen sei er auch bereit, mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen.

»Am Fenster bequem gemacht«

Denn obwohl eine pechschwarze Rauchschwade (»so als ob man Abfall verbrennt«) gut zu sehen gewesen sei und obwohl schon mindestens drei Schaulustige vor dem Schuhaus Thoma interessiert das Geschehen verfolgt hätten (»eine Frau hatte es sich sogar schon an ihrem Fenster bequem gemacht«), habe ihm die Rettungsleitstelle am Telefon bestätigt: Niemand habe vor ihm den Notruf gewählt. »Das ist traurig«, bilanziert Holger Körper. »Um die 112 zu wählen, braucht man keinen Mut.«

Quelle: Jens Raab MainEcho - www.main-echo.de 


Einsatzart Brand
Alarmierung Funkmeldeempfänger Sirene
Einsatzstart 18. April 2016 15:26
Mannschaftstärke 14
Einsatzdauer 01:26
Fahrzeuge Mehrzweckfahrzeug
Löschgruppenfahrzeug (a.D.)
Drehleiter DLAK18/12 (a.D.)
Alarmierte Einheiten Feuerwehr Schneppenbach
Feuerwehr Hofstädten
Feuerwehr Kleinkahl
Kreisbrandinspektion (KBI, KBM)
Rettungsdienst (2 RTW, 2 NA, 1 ELRD)
Polizei