Ausbildung Eisrettung
In Schöllkrippen ist durch den Landkreis Aschaffenburg das Flachwasserschubboot stationiert. Zur dazugehörigen Ausstattung zählen auch zwei spezielle Eisrettungsanzüge sowie weiteres Rettungsgerät, das bei Notfällen auf zugefrorenen Gewässern zum Einsatz kommt. Diese Geräte kamen bei der Ausbildung umfassend zum Einsatz.
Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer hatte die Möglichkeit, einen Eisrettungsanzug anzulegen und sich kontrolliert auf die Eisfläche zu begeben. Dabei wurde ganz bewusst das Einbrechen ins Eis simuliert, um den Ernstfall so realistisch wie möglich nachzustellen. Im Anschluss wurden verschiedene Techniken geübt, um eine im Eis eingebrochene Person sicher ans Ufer zu bringen. Zum Einsatz kamen dabei unterschiedliche Hilfsmittel, unter anderem eine Wurfleine, ein Rettungsbrett, die Schleifkorbtrage sowie Steckleiterteile.
So konnte praktisch erprobt werden, welches Mittel sich in welcher Situation am besten eignet und wie die Kräfte optimal zusammenarbeiten müssen. Neben der Rettung über das Eis stand auch die Eigensicherung im Fokus, um ein unnötiges Risiko für die Einsatzkräfte auszuschließen.
Gefahren beim Einbrechen ins Eis
Einbruch ins Eis ist immer lebensgefährlich – selbst wenn das Ufer nah erscheint oder helfende Personen in der Nähe sind. Zu den größten Gefahren zählen:
- Sehr schnelle Unterkühlung durch das eiskalte Wasser
- Verlust von Kraft und Orientierung innerhalb weniger Minuten
- Panik, die zu unüberlegten und gefährlichen Handlungen führen kann
- Bruchgefährliche Eisbereiche um die Einbruchstelle, die auch Helfende gefährden
Bereits nach kurzer Zeit kann es zu Muskelversagen, Bewusstseinsstörungen und im schlimmsten Fall zum Ertrinken kommen. Umso wichtiger ist ein besonnenes Verhalten und das schnelle Alarmieren der Rettungskräfte über den Notruf 112.
Die beste Rettung ist die, die gar nicht erst nötig wird. Daher bitten wir alle Bürgerinnen und Bürger, einige Grundregeln zu beachten:
- Betreten Sie keine Eisflächen, deren Tragfähigkeit nicht offiziell freigegeben wurde.
- Bchten Sie auf Verbotsschilder und Hinweise der Gemeinde oder der Behörden.
- Beaufsichtigen Sie Kinder in Gewässernähe besonders aufmerksam.
- Halten Sie Abstand von Einläufen, Brücken, Schilfgürteln und dünn erscheinenden Eisbereichen – hier ist das Eis oft deutlich schwächer.
- Nehmen Sie Ihre Haustiere an die Leine und gehen Sie ihnen nicht aufs Eis nach.
Wenn Sie selbst im Eis einbrechen:
- Bewahren Sie – so gut es geht – Ruhe und vermeiden Sie hektische Bewegungen.
- Versuchen Sie, sich vorsichtig auf das Eis zurückzuziehen, aus der Richtung, aus der Sie gekommen sind.
- Breiten Sie Arme und Oberkörper flach auf dem Eis aus, um das Gewicht zu verteilen.
- Machen Sie auf sich aufmerksam: Rufen Sie laut um Hilfe.
Wenn Sie einen Einbruch ins Eis beobachten:
- Bringen Sie sich selbst nicht in Gefahr – gehen Sie nicht ungesichert aufs Eis.
- Setzen Sie sofort den Notruf 112 ab und machen Sie möglichst genaue Angaben zu Ort und Situation.
- Reichen Sie der eingebrochenen Person – wenn gefahrlos möglich – Hilfsmittel vom Ufer aus, etwa einen Ast, eine Leiter, eine Wurfleine oder einen Schal.
- Beruhigen Sie die Person durch Zurufe und halten Sie bis zum Eintreffen der Rettungskräfte Sicht- und Sprechkontakt.
Durch die Ausbildung auf dem zugefrorenen Naturerlebnisbad konnten die Einsatzkräfte wertvolle praktische Erfahrung sammeln um in Notsituationen schnell und sicher helfen zu können.
[Text: lg | Bilder: lg, at, mys]